5 Tipps für Hotelgäste

Immer mehr Reisende verlassen sich auf die Sterne oder konsultieren Online-Bewertungen, bevor sie ein Hotel buchen. Doch Ausstattungslisten und Testnoten erzählen nur die halbe Wahrheit. Hier meine fünf Tipps für einen entspannten Hotelaufenthalt.

Tipp Nr. 1: Finger weg von den Gläsern im Bad

Besonders in höherpreisigen Hotels stehen im Badezimmer oft keine eingeschweißten Plastik-Zahnputzbecher, sondern schicke Gläser, feinsäuberlich mit einem Untersetzer bedeckt. Ich fasse diese Gläser in fremden Hotels grundsätzlich nicht an, geschweige denn würde ich daraus trinken.

Warum? Aus falsch verstandener Effizienz werden die Gläser oft nicht gegen frische ausgetauscht – auch nach dem Auszug des vorherigen Gastes nicht. Stattdessen werden sie schnell ausgewischt. Jetzt kommt die ekelerregende Pointe: In manchen Häusern haben die Reinigungskräfte genau einen (in Ziffern: 1) Lappen, mit dem sie das gesamte Zimmer putzen. Von der Bettkante über die Dusche bis hin zu … Bevor Sie sich nun aufgrund der bloßen Erinnerung an Ihren letzten Hotelaufenthalt einer Wurmkur unterziehen: Natürlich gilt das nicht für alle Hotels. Gehen wir mal davon aus, dass Sie Glück hatten.

Tipp Nr. 2: Die richtige Seite des Bettes wählen

Eine gute Hotelnacht ist eine Nacht, in der Sie gut schlafen. Darauf hat natürlich die Qualität von Bett, Matratze und Bettwäsche einen Einfluss. Doch Sie können auch selbst mit einem Trick etwas dafür tun, dass Sie mit einem schmerzfreien Rücken aufwachen.

Wenn Sie in einem Doppelzimmer mit zwei Betten oder einem großen Doppelbett übernachten: Welche Seite suchen Sie sich aus? Die meisten Gäste wählen das Bett, das dem Bad am nächsten ist – in der Regel ist das die vom Fenster abgewandte Seite des Raumes.

Tatsächlich ist es genau deshalb schlauer, die Seite zum Fenster hin zu wählen. Weil sie viel seltener genutzt wird, ist sie weniger durchgelegen – und bietet so den gesünderen Schlaf. Wenn Sie also nicht gerade in einem nagelneuen Hotel mit taufrischen Matratzen übernachten: Wählen Sie diese Seite. Ihr Rücken wird es Ihnen danken.

Tipp Nr. 3: Wenn vergleichen, dann richtig!

Schon bei der Buchung lohnt es sich, genau hinzuschauen. Fast die Hälfte der Hotelbuchungen erfolgt inzwischen über einschlägige Reiseportale. Doch die haben ihre Tücken: Nicht immer ist bei den zugrundeliegenden Angeboten eine saubere Vergleichbarkeit gewährleistet, zum Beispiel, weil unterschiedliche Zimmerkategorien nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sind. Zudem sind die Bewertungen auf diesen Portalen nicht immer repräsentativ und verlässlich, teilweise sind sie sogar gefälscht.

Und auch das wichtigste Argument für die Preisvergleichsmaschinen zieht nicht immer: Erstens bekommen Sie nicht in allen Fällen den besten Preis. Zweitens fallen je nach Angebot unter Umständen bestimmte Inklusivleistungen wie Frühstück, kostenfreies Parken und andere Annehmlichkeiten weg, die den Preis im Nachhinein dann doch in die Höhe treiben.

Eine Buchung direkt beim Hotel ist nicht grundsätzlich deutlich teurer, kann Ihnen aber unangenehme Überraschungen ersparen. Zudem können bei direktem Kontakt mit dem Hotelpersonal vor Ort individuelle Wünsche besser berücksichtigt werden. Auch ein Upgrade oder kostenfreie Zusatzleistungen, die im Ermessen des Hotels liegen, sind oft nur bei Direktbuchung möglich oder realistisch. Eine Email-Anfrage oder ein Anruf beim Hotel zum Vergleich lohnen sich also häufig, bevor Sie anderswo buchen.

Tipp Nr. 4: Besondere Anlässe ankündigen

Besondere Anlässe wie Geburtstage oder Hochzeitstage sind typische Gelegenheiten für einen Hotelaufenthalt. Entsprechend hoch sind dann die Erwartungen an das Erlebnis Hotelaufenthalt. Doch auch der aufmerksamste Rezeptionsmitarbeiter kann in Ihrer Kundendatei mal den Geburtstag übersehen und jedes andere Jubiläum kann er schlicht nicht ahnen.

Helfen Sie Ihrem Glück deshalb ruhig nach, indem Sie den feierlichen Anlass Ihres Aufenthalts schon bei der Buchung ankündigen oder beim Check-in erwähnen. Natürlich gibt es keinen Anspruch auf eine Sonderbehandlung und keine Garantie, dass der Mitarbeiter etwas daraus macht. Doch in wirklich gut geführten Hotels sind die Mitarbeiter geschult, solche Chancen zur Kundenbindung zu ergreifen. Oft zeigen sie sich dann großzügig – etwa mit Champagner auf dem Zimmer oder einer kulinarischen Überraschung beim abendlichen Besuch des Hotelrestaurants.

Tipp Nr. 5: Nicht allein auf die Sterne verlassen

Was für die Bewertungen auf den Vergleichsportalen gilt, trifft auch auf die Sterne-Kategorie eines Hotels zu: Mehr Sterne bedeuten nicht immer auch mehr Komfort. Zwar sind durch die Ausstattungsdetails je nach Kategorie bestimmte Ausstattungsmerkmale (wie eine Mini-Bar ab vier Sterne) verlässlich verfügbar. Doch sind diese Merkmale nicht überall in gleicher Qualität umgesetzt.

Manche Extras sind für Sie zudem vielleicht gar nicht relevant. Viele Gäste legen heute zum Beispiel mehr Wert auf eine moderne technische Ausstattung mit gutem Wlan und Smart TV als auf ein Bügelbrett. Die Zahl der Sterne kann außerdem nicht über gefühlte Mängel wie ein veraltetes Badezimmer oder eine durchgelegene Matratze hinwegtrösten.

Viele neu gebaute Dreisterne-Hotels sind heute komfortabler und zweckmäßiger eingerichtet als veraltete, renovierungsbedürftige Vier-Sterne-Hotels. Zudem ist die Sterne-Wertung nicht verpflichtend: Sogar manche Grand- oder Boutique-Hotels weisen überhaupt keine Sterne aus und bieten dennoch höheren Komfort und individuelleren Service als manches Fünf-Sterne-Haus der etablierten Hotelketten. Schauen Sie also nicht nur auf die Sterne, sondern treffen Sie Ihre Entscheidung danach, was Sie von Ihrem Hotel erwarten.

Dieser Artikel wurde zuerst am 05.07.2017 auf focus online veröffentlicht.

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