Frauenquote ist auch nur ein F-Wort

Frauenquote ist auch nur ein F-Wort

Sind Frauen die besseren COMOs?

Natürlich nicht. Corporate Monkeys gibt es männlich und weiblich, blond und brünett, im Anzug und im Cocktail-Kleid. Ob eine Führungskraft zum COMO wird, ist eine Frage der Sozialisierung im Laufe der Karriere. Wer Führung in einem Monkey-Biotop lernt, der kann auch zu einem werden – wenn er sich nicht zur Wehr setzt. Ob diese Führungskraft weiblich ist oder männlich, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Noch ist das Monkey Business allerdings männlich dominiert. Und weil das auffällt, wollen die Polit-Corporate Monkeys daran etwas ändern – nur ein bisschen, natürlich. Nur für die Image-Broschüre. So wie sie Fortschritt immer betreiben: rhetorisch statt radikal! Eine Frauenquote ist dafür die ideale Lösung. Sie hilft den COMOs, politisch korrekt zu wirken. Damit ist sie das ideale Vehikel, um das eigentliche Problem zu verschleiern: Das System Führung in COMO-Unternehmen ist von veralteten Denkbarrieren verseucht. Aber solange es außen einen politisch korrekten Anstrich hat, muss sich innen nichts ändern – jedenfalls nicht wirklich, nicht wirksam.

Und deshalb sind Quotenfrauen nach außen hin schon die besseren COMOs. Wenn sie wegen einer Quote in Führungspositionen gehievt werden, sind sie für immer mit diesem Verdacht behaftet: dass sie wegen der Quote dort sitzen. Das macht sie zu idealen Figuren auf dem Schachbrett der männlichen Ober-COMOs.

Es gibt noch einen Grund, warum eine Quote der falsche Weg ist: Sie wäre nichts als eine weitere Benchmark, an der sich die COMOs abarbeiten können. COMOs lieben Benchmarks. Denn Freiheit, im Denken und im System der Führung, ist nicht verhandelbar. Benchmarks schon. Benchmarks sorgen dafür, dass Unternehmen gleicher werden, und besser kontrollierbar. Eine Quote ändert gar nichts, denn Quoten und Benchmarks sind nur romantische Schnulzen für Copy & Paste.
Die Frauenquote ist nichts als ein weiteres F-Wort. Sie steht für Führung ohne Freiheit. Wir brauchen keine Quote – wir brauchen Freiheit im Denken. In meinem Essay für die Handelsblatt-Reihe „Leader.In“ habe ich mich zum Thema Frauenquote geäußert. Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier in meinem Beitrag für das Handelsblatt.

Wie viele Frauen in Führungspositionen gibt es in Ihrem Unternehmen? Wie stehen Sie zur Frauenquote? Lassen Sie uns diskutieren.

Ein Kommentar zu “Frauenquote ist auch nur ein F-Wort

  1. Eva-Catrin Reinhardt

    Als Frau, die sich aufgrund der Genderproblematik in Deutschland, einem Entwicklungsland in Sachen Gleichberechtigung, in einem reinen Männermarkt selbstständig gemacht hat, kann ich dazu nur sagen, ja. Dem Kunden / dem Markt ist die Quote “scheißegal”.

    Aber unsere Wirtschaft braucht weibliche Eigenschaften und weibliches Denken, einen neuen Blickwinkel, einen anderen Fokus und Mut zu einem Reset. Mit Quote wird man das nicht erreichen, nur mit Offenheit, Experimentierfreude, Neugier und Mut.

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