Indien-Business: Faszinierend anders

Business in Indien

In Indien gibt es von Vielem extrem viel: Sehr viele Menschen, sehr viele Farben, sehr viel Lärm, sehr viel Chaos, sehr viel Sonne. Was es erstaunlicherweise überhaupt nicht gibt, sind Corporate Monkeys. Nirgendwo COMOs! Bisher habe ich bei keinem einzigen Meeting einen Konzernaffen zu Gesicht bekommen. Nicht einmal in den Lobbys der Flughäfen. Kein breitbeiniges Telefonieren, kein wichtiges Tippen auf mehreren hochpreisigen Smart-was-auch-immer-Geräten. Nichts davon. Fast vermisse ich die vertrauten Corporate Gesichter.

Seit einigen Tagen reise ich geschäftlich durch Indien – und muss zugeben: Ich bin den Umgang mit COMOs im Business so sehr gewöhnt, dass ich mich hier oft so fühle, als würde ich mit voller Kraft ins Leere laufen. Für uns grundlegende Faktoren haben hier eine völlig andere Relevanz: Vor allem die Zeit und das Ego.

Die Zeit: Im Westen ist das Machtspiel verbreitet, einen vermeintlich „unterlegenen“ Gesprächspartner warten zu lassen. Möglichst ohne Grund. Denn warten lassen heißt: Ich habe Macht, Du nicht. In Indien funktioniert das Spiel nicht. Hier ist das Warten völlig normal. Niemand kommt rechtzeitig irgendwo an, jeder steckt im Verkehr fest, mancher hat es sich inzwischen anders überlegt und kommt gar nicht zum Termin. Einfach so. Ist Schicksal. Alles nicht so relevant, denn letztendlich – so die indische Vorstellung – ist alles mit allem und jeder mit jedem verbunden und alle Seelen sind unsterblich. Da braucht man sich nicht zu beeilen. Das Leben geht ja auch so weiter.

Das Ego: Der typisch westliche COMO will vor allem Erfolg. Geld, Macht, Prestige, Haus, Auto, Yacht – am besten alles auf einmal, und Hauptsache, seine Kokosnuss ist dicker als die des Kollegen. Anders in Indien: Hier interessiert sich kaum jemand für den sozialen Aufstieg. Niemand kämpft dafür, auf der Karriereleiter hochzukommen. Erfolg ist Schicksal. Und weil auch hier gilt, dass alle mit allen verbunden sind, teilen sich in der Mount Marys Church in Bandra/Mumbai auch unterschiedliche Religionen die gleiche Kirche: Es kommen tausende Menschen zum Beten. Christen, Hindus, Moslems, alle gemeinsam. Hier (anderswo durchaus!) streitet man sich nicht darüber, wer Recht hat. Das Leben geht ja auch so weiter.

Besonders berührt haben mich die vielen kleinen Opfergaben, die man vor der Kirche kaufen kann: Pässe, Geld, Häuser, Universitätsdiplome, sogar Kinder. Auf den ersten Blick sah ich eine Ansammlung von COMO-Prestigeobjekten. Nur ohne Marken, ohne hochwertige Verarbeitung, ohne teure Materialien, ohne ausgesuchtes Design. Es war alles… Styropor. Die Inder bringen diese Figuren zum Marienaltar in der Hoffnung, dass Maria ihre Wünsche erfüllt. Oder um sich bei ihr für erfüllte Wünsche zu bedanken.

Vielleicht sind uns die Inder in diesem Punkt voraus: Sie hetzen nicht aggressiv durchs Leben, nur um Statussymbole zu sammeln, die so teuer sind, dass sie dafür immer noch mehr arbeiten müssen – und sich schließlich über ihre verschwundene Freiheit wundern. Stattdessen stellen sie Styropor auf den Altar. Wenn der Erfolg kommt – gut. Wenn nicht: Das Leben geht weiter!

Es sind faszinierende Eindrücke. Extrem viele. Und ich gebe zu: Noch habe ich nicht so richtig verstanden, wie Inder – ohne Blick auf die Uhr und ohne Interesse für ihr Ego – eigentlich… arbeiten?

Welche Erfahrung haben Sie mit Geschäftsreisen in Indien? Schreiben Sie mir! Ich bin sehr gespannt!

Mit herzlichen Grüßen aus Mumbai,

CKR

Ihr Carsten K. Rath

 

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