Die perfekte Welle

Fönwelle Manager

Viel Aufhebens um die Frisur machen nur Frauen? Weit gefehlt. Aufwändige Fönfrisuren sind gerade unter Männern auf dem Weg zur Macht verbreitet. Und das nicht erst seit dem aktuellen US-Wahlkampf. In Peking zum Beispiel hatte ich einen chinesischen Mitarbeiter, der jeden Tag erst um elf im Hotel aufschlug. Wang Xing hieß er. Den Tagesablauf von Wang Xing können Sie sich so vorstellen: Um elf schleicht er rein und verschwindet in seinem Büro. Er schließt sogar die Tür ab. Zum Mittagessen kommt er wieder raus. Das dauert bis drei Uhr, und dann geht er bis um vier Uhr zum Friseur. Der Kerl lässt sich allen Ernstes jeden Tag die Haare legen und toupieren…

Danach schließt er sich wieder zwei Stunden in seinem Büro ein, und dann geht er um sechs. Ich stelle ihn zur Rede. Mehr als einmal. Aber egal was ich versuche, die Wirkung ist gleich null. Unter normalen Umständen würde jeder von uns so einen Mitarbeiter früher oder später verabschieden. Aber kündigen Sie mal einem privilegierten Chinesen mit Beziehungen zur kommunistischen Partei. In China. Der Kerl war in diese Positionen gehievt worden. Also zögere ich die Konsequenzen immer weiter heraus. Auch wenn ich genau weiß, dass das schlecht ist für das Unternehmen, für die Kunden, vor allem für die guten Kollegen.

“You’re fired”

Dann ist eines Tages großer Aufruhr. Wang Xing hat gekündigt! Im kommunistischen China ist das ein handfester Skandal. So etwas wie eine Kündigung, das gibt es da gar nicht, jedenfalls damals noch nicht! Kein Mensch kündigte damals seinen Job! Und wissen Sie, was sich letzten Endes rausstellt? Was der hinter seiner verschlossenen Bürotür die ganze Zeit gemacht und worüber er beim Frisör nachgedacht hat? Er hat unser Bayerisches-Beiz gebenchmarkt, das neben dem Hotel liegt. Nur dafür hat er sich bei uns anstellen lassen. Ins Lufthansa Center kommen Chinesen nämlich nur rein, wenn sie dort arbeiten. Jedenfalls war das damals so. Für die anderen ist das Lufthansa Center ein unerreichbarer Traumpalast.

Ein paar Monate später laufe ich die Straße vor dem Lufthansa Center entlang und sehe einen roten Ferrari. Raten Sie mal, wer drin saß! Wang Xing. Er hat ein paar Straßen weiter eine Kopie des Biergartens eröffnet. Und dann in jeder chinesischen Millionenmetropole. Er ist damit steinreich geworden… und er ist der erste Chinese gewesen, der sich je einen Ferrari gekauft hat.

COMOS brauchen Grenzen

Fakt ist: An diesem Punkt habe ich als Leader einen Fehler gemacht. Corporate Monkeys, also COMOs, die brauchen klare Grenzen! Lieber das Monkey-Gitter gleich zumachen als aus Angst vor politischen Konsequenzen Entscheidungen verzögern. Heute sage ich:

Nur wer auch ganz bequem unbequem sein kann, der ist vorne.

Haben auch Sie skurrile Geschichten mit Corporate Monkeys erlebt? Schreiben Sie mir! Ich bin gespannt auf Ihre Storys. Und ich bin überzeugt: Der perfekte Halt einer Fönwelle sagt nichts über die Stärke des moralischen Rückgrats aus…

Eine exzellente Woche wünscht Ihnen

CKR

Ihr Carsten Rath

 

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ERFOLGSGEHEIMIS „BOSSY HAIR“

Wussten Sie übrigens, dass Männer ohne Fönwelle und sogar auch solche ganz ohne Haare als besonders erfolgreich gelten? Laut einer Studie der Wharton University of Pennsylvania ist das der Fall:

http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/grosse-maenner-und-kleine-frauen-haben-besten-chancen-maenner-mit-glatze-und-frauen-ohne-bauch-diese-menschen-haben-bessere-karrierechancen_id_4908923.html

Auch bei Frauen gilt übrigens die Fönwelle als Karrierekiller. Besser klappt’s mit „bossy hair“:

http://karrierebibel.de/vorstellungsgespraech-frisur/

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