Making of COMO

Making of COMO

Akute Explosionsgefahr im Flieger: Neben mir ein Superdupererfolgstyp auf Geschäftsreise. Breitbeinig, dreist, überheblich. Schon beim Einsteigen ins Flugzeug hat der Kerl sich beliebt gemacht: Lautstark ist er am Handy über einen Kunden hergezogen, während er sich so breit wie möglich neben mir niedergelassen hat. Die beiden Armlehnen zwischen seinem und den anderen Sitzen der Reihe sind natürlich seine. Klar. Und ich: Stinksauer, die Hand auf dem Sitz zur Faust geballt.

Als die Durchsage „Boarding completed“ aus den Lautsprechern kommt, findet er einen neuen Anlass, sich zu produzieren: das Flugzeug ist nur zu einem Drittel ausgebucht. „Und da quetschen Sie mich hier in eine Reihe mit zwei anderen Typen, auf den B-Platz in die Mitte? Was für eine Scheiß-Airline ist das eigentlich?“ brüllt er die Flugbegleiterin an. Und springt auf, um sich umzusetzen. Doch dabei sitze ich auf meinem Gangplatz C ihm im Weg.

Hochmut kommt vor dem Fall

Mit dem Fuß bleibt er im Riemen meiner Umhängetasche hängen, die vor mir am Boden liegt. Meine Papiere verteilen sich über den Kabinenboden. Okay, das ist es wert, der Schreihals liegt lang dazwischen. Laut fluchend rappelt er sich auf verzieht sich nach hinten. Meine Faust entspannt sich. Lachen und sauer sein kann man nicht gleichzeitig…

In diesem Moment habe ich einen filmreifen flashback: Typen wie diesen Mann habe ich schon hundert Mal gesehen. Selbst ernannte Leader. Sie sehen überall auf der Welt gleich aus. Überall zerstören sie Motivation mit mieser Führung. Überall auf der Welt blockieren sie Excellence. „Me, myself and I“ ist ihr Motto. Und in manchen Unternehmen ist das leider noch immer die richtige Haltung, um es nach oben zu schaffen.

Monkey Business

Nach dem Aussteigen sehe ich ihn in der Ankunftshalle verschwinden: In Nullkommanichts verschmilzt er mit seiner Umgebung. In einer Gruppe von anderen Ego-Junkies in der Business Lounge. Mit entblößten Zähnen klopfen sie sich gegenseitig auf die Schulter – zu hart, als dass es ehrlich wirken könnte. In ihren Blicken ist Jovialität und Wachsamkeit. Fehlt nur noch, dass sie vergleichen, wer den dicksten Füller im Gepäck hat. Oder so.
Viele sind karrieretechnisch sehr erfolgreich, klar. Aber auch ziemlich weit von dem entfernt, was sie einmal ausgemacht hat. Authentisch. Echt. Leidenschaftlich. Viele haben völlig vergessen wer sie sind, und was sie ursprünglich erreichen wollten. Stattdessen klettern sie wie besessen immer höher und dem hinterher, was alle haben wollen. Immer weiter die Palme rauf, hoch, zur Kokosnuss. Um an den nächsten Vorteil zu kommen. Für ihren Status, für ihr Ego, und notfalls auch gegen das Unternehmen. Denn sie selbst kommen immer zuerst, dann lange nichts. Und das nennen sie dann: Führung. Und plötzlich fällt mir ein, zu welcher Spezies der Typ aus dem Flieger gehört. Und all die anderen, an die er mich erinnert: Zur Spezies „Corporate Monkey“!

Schlüssel zu Excellence

Dieser Flug war die Geburtsstunde der Figur COMO – kurz für „Corporate Monkey“. Unter Schmerzen, hoch über den Wolken. Werde ich nie vergessen.

Auf diesem Flug habe ich beschlossen, den Affen keinen Zucker mehr zu geben. Nicht mehr auf Bananenschalen auszurutschen. Nicht in meinen Unternehmen. Und ich habe beschlossen, Sie dabei zu unterstützen, Schluss zu machen mit dem Monkey Business. Schluss mit dem sinnlosen Verbrennen von Geld, von Energie, von Excellence. Schluss mit stinksauer.

Nicht zuletzt um der Monkeys willen. Denn die haben sich das in den seltensten Fällen so ausgesucht. COMOs werden gemacht. Schlechte Führung ist ein perpetuum mobile, genauso wie gute Führung. Sie fühlt sich für niemanden gut an, und doch wird sie von einem zum nächsten durchgereicht. Damit sollten wir uns nicht zufrieden geben. Wir können, und wir müssen die COMOs in unseren Unternehmen zu Gewinnern machen. Ich sage:

„Freie Menschen in einem freien System produzieren bessere Ergebnisse.“

In den kommenden Wochen wird uns der COMO immer wieder dabei helfen, über die dunkle Seite der Führung nachzudenken. Darüber, wie wir das Affentheater im Unternehmen in den Griff kriegen. Damit wir den Schlüssel zu echter Service-Excellence finden – zur guten Seite der Macht! Auch die gilt es darzustellen: ohne Bananen, dafür mit echten Anreizen. Um unsere Kunden zu begeistern, denn darum geht es doch. Lassen Sie sich überraschen!

Einen exzellenten Mai wünscht Ihnen

CKR
Ihr Carsten K. Rath

 

COMOs zu Gewinnern machen

Warum Sie das Affentheater in Ihrem Unternehmen nicht mit mehr Dressur, sondern mit mehr Freiheit in den Griff bekommen und weitere Excellence-Geheimnisse direkt aus der Praxis erfahren Sie von Carsten K. Rath und Sabine Hübner live am 26. August 2016 im Seminar „Das beste Anderssein ist Bessersein. Wie Kundenbegeisterung gelingt“ in Zürich.

Es gibt noch einige, wenige Plätze! Hier finden Sie weitere Informationen zum Seminar. Und hier können Sie direkt online buchen.

Noch Fragen? Rufen Sie gerne an unter +49 211 390 295 30

2 Kommentare zu “Making of COMO

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